Mit den Hunden an Nord- und Ostseeküste
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, heißt es - und wer immer das sagte, hatte Recht. Unterkünfte haben wir keine getestet, da wir unser rollendes Zuhause immer dabei haben, aber was das Strandleben mit Hunden an Nord- und Ostsee angeht, muss der Reisende auf einiges gefasst sein.
Freundlich - auch gegenüber den 4beinigen Familienmitgliedern - waren die Menschen auf Usedom. Da wir die großen Strände gemieden haben und der mockig-schilfige Bodden für unsere Hunde eher langweilig war, haben wir danach Rügen als Ziel gewählt. Ich sage es selten, aber hier: einmal und nie wieder! Campingplätze: überbelegt und der Empfang unfreundlich. Hunde? Entweder richtig teuer oder verboten. Wasser in den Bordkanister füllen? Geht nicht, nirgends, weil Wasser ja so teuer ist - oder man zahlt an den Wohnmobilplätzen 3 Euro und bekommt gleich 100 l, ob man die (der Bordkanister fasst 10 l) nun braucht oder nicht… Hundestrand haben wir auf Rügen keinen gefunden. An der “Scharbe” rannte unser Rudel ungestört, für die Hundehäufchen hatten wir natürlich Tüten dabei (für die es dann keine Mülleimer gab), der Sandstrand war schön, die Anzahl der Badenden ohne Hund hielt sich in Grenzen. Die echten Rüganer waren durchweg die unfreundlichsten Leute, die ich je in einer “Urlaubsregion” erlebt habe - in Geschäften, an Tankstellen, als Angestellte auf Campingplätzen… unsere noch halb-lustigen Bedenken, ob die etwa alle von Strandräubern abstammen, verlor irgendwann die Komik soweit, dass wir dann doch lieber nach Brandenburg geflohen sind - wo die Menschen wieder lächeln und freundlich sein können zu Herrchen, Frauchen und Hunden.

Richtig tollen Strand ohne Begrenzung und Abzocke für Menschen und Hunde haben wir dann in Polen gefunden, nördlich von Kolobrzeg, mit günstigen Campingplätzen, sauber, modern, unkompliziert, und trotz der teilweise auftretenden Sprachprobleme sehr, sehr nett!
Und an der Noooaaadseeküste? Meine Mutter in Aurich besuchend, testeten wir die Strandzugänge bei Dornum - überteuerte Autoparkplätze, völlig ohne Schatten, meilenweit vom Strand entfernt. Hundestrand gibts nicht trotz dackeln, dackeln, dackeln; teilweise darf man nicht mal mit den (angeleinten!) Hunden auf den Deich, um wenigstens einen Blick aufs Meer zu werfen, sofern das alle 6 Stunden mal da ist. Meine Mutter ist mit Hund vor ein paar Jahren nach Aurich gezogen und war von der gesamten Strandsituation an diesem Teil der Nordseeküste sehr enttäuscht - inzwischen ist ihre Spanielhündin an Altersschwäche gestorben, an der desolaten “Kein-Hund-am-Strand”-Situation hat sich leider nix geändert, und das macht ihr bislang wenig Lust, sich wieder einen Hund anzuschaffen.
Auf der anderen Nordseeseite, in St. Peter Ording, war zwar der Strand erreichbar, wenn man ihn denn hinter diversen Zäunen findet - die Beschilderung ist grottenschlecht und man landet eher an irgendwelchen Kanälen. Auch schön. ABER: der Hundestrand war eher ein großes Hundeklo, da weder die Besitzer der erholungssuchenden Vierbeiner noch die Kurtaxe kassierenden modernen Strandräuber im städtischen Auftrag die Hinterlassenschaften von Susi und Strolch weggemacht hatten… Braucht man auch nicht nochmal, erst Recht, wenn man die Nähe von den AKWs Brunsbüttel und Brokdorf vor Augen und die Petrochemie in der Nase hat…

Früher dachte ich mal, das Meer gehört allen, und jeder sollte bis ganz ran können. Dachte ich mir so. Leider Fehlanzeige! Im Bereich Fischland/Darß muss man dazu schon ein teures (nicht hundetaugliches) Hotelzimmer haben, um am hoteleigenen Strand abhängen zu können.
Als Hundeteam auf Reisen werden wir Dänemark mal testen… vielleicht gibt es da weniger Abzocke und fremden-/hundefreundlichere Leute. Die Bretagne ist für 2-und 4-beinige Urlauber ebenfalls sehr zu empfehlen, da kommen wir gern wieder.

Wer es trotzdem an Nord- und Ostsee ausprobieren will, sollte sich auf diesen Seiten schonmal einen Überblick verschaffen:
http://www.ostsee24.de/ostsee-urlaub/strandurlaub/hundestrand-ostsee
http://www.nordsee24.de/nordsee-urlaub/strandurlaub/hundestrand
Den dortigen Gemeinden/Städten sei empfohlen, doch aus dem “Entwicklungsland Hundestrand” mal ein besucherfreundlicheres, kostenfallenfreies und vor allem saubereres Projekt zu machen - lohnt sich sicher auch ohne Parkgebühr und Kurtaxe (Letztere empfanden wir als besonders üble Abzocke und Ungerechtigkeit - “Eintritt für den Strand”, als “Taxe” getarnt - wir zahlen ja schon Hundesteuern! Ich fordere auch kein Eintrittsgeld für mein Waldgrundstück von Leuten, die mit oder ohne Hund durchlaufen!).
Polen, Litauen, Lettland und Estland haben uns schon gezeigt, dass das geht, ganz ohne kompliziert und teuer.
Und, wie gesagt - Rügen, nein danke. Diese Erfahrung teilen auch Freunde von uns, die mit drei ehemaligen mallorcinischen Strand-Streunern versucht hatten, dort zu urlauben, und ebenfalls geflohen sind - an die Mecklenburger Seenplatte, da hats auch Wasser, aber viel nettere Leute, und Hundephobiker haben sie auch keine gefunden.




























































































































